LOHAS – nur ein Schlagwort, aber die Ökorevolution rollt!

In dieser These war man sich zumindest auf der Podiumsdiskussion auf dem aktuellen „NRW dialoq“ der GPRA in Düsseldorf einig. In der mit über 200 Teilnehmern sehr gut besuchten Veranstaltung im Museum Kunstpalast diskutierten so prominente Teilnehmer wie Claudia Langer von Utopia oder der taz-Journalist und Buchautor Peter Unfried.

Mit dem Schlagwort LOHAS und dem Medienhype desselbigen konnte man sich nicht so recht anfreunden. Die Zielgruppe sei schwer greifbar, aber gleichzeitig war man sich einig, dass die Verschiebungen im Wertekanon der Deutschen in Richtung Ökologie und Nachhaltigkeit irreversibel seien und dies die Kommunikation in den kommenden Jahren und Jahrzehnten prägen werde.

Bei aller Veränderungseuphorie blieb man jedoch auch auf dem Boden der Tatsachen. Für gesundes Essen und Bioqualität geben wir Menschen alle gerne Geld aus, weil wir schlicht glauben, dass es unserer und der Gesundheit unserer Kinder gut tut. Inwiefern wir allerdings bereit sind, mehr Geld in Sustainability und beispielsweise auch nachhaltige und sozialverträgliche Produktion zu investieren, muss sich vielfach erst in der Wirklichkeit beweisen.

Im Automobilbereich beispielsweise war der Audi A2 nicht der erhoffte große Durchbruch, obwohl er nicht schlecht aussieht und lediglich 3 Liter verbraucht. Paradoxerweise fast Anlass zur Hoffnung gibt jedoch der tragische Tod eines Mädchens aus Indien, das bei der Textilproduktion für die Metro ums Leben kam. Hier hat sich schnell öffentlicher Druck aufgebaut und den Handelskonzern zu einer klaren wie konsequenten Reaktion sicher mit veranlasst. Wenn Kunden wirklich ihre Macht nutzen und ihren Kauf von ökologischer wie nachhaltiger Produktion abhängig machen, entsteht hier ein ganz schnell wirkender Hebel. Tun wir alle dies nicht, bleibt alles beim Alten.

Wir in der Kommunikation können ein Stück weit unseren Teil dazu beitragen, indem wir Nachhaltigkeit sexy und begehrlich machen und damit auch für breitere Zielgruppen eine Zugänglichkeit schaffen. Über Beispiel-Kampagnen, die euch/Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, aufgefallen sind, würde ich mich sehr freuen.