Gehversuche 2.0
Sind wir zu ängstlich? Zu wenig experimentierfreudig? Oder ist es doch eine Frage von Sicherheitsbedenken wie die Umfrage von Avanade vermuten lässt? Eins steht zumindest fest: die Kommunikationsgewohnheiten vor allem der jüngeren Generation und die Kommunikationsstrukturen der Unternehmen üben aktuell einen ziemlichen Spagat.
Web 2.0 Dienste gelten eher als seltsame Zeitverschwendung oder werden bleischwer mit vollkommen überzogenen Erwartungen belastet. Die Folge sind seltsame Stilblüten wie der aktuelle Bahn-Skandal mit fingierten Einträgen und manipulierten Umfragen, die mit offener und transparenter Kommunikation nichts zu tun haben.
Wie es anders gehen könnte, zeigt das aktuelle Beispiel von Clearasil Talents. Für einen Platz im Workshop in der Pop-Akademie toben sich Jugendliche und bewegen sich komplett unverkrampft und selbstverständlich im Netz. Die Einträge sind für den unbedarften Betrachter manchmal grausig schlecht, andere sind extrem witzig und kreativ, einige zeugen von echtem Talent. Eine bunter Querschnitt eben, der vor allem eines ist: unverkrampfte und authentische Kommunikation im Netz. Das Web 2.0 hat sich also offenbar längst im Alltag der Verbraucher etabliert.
Ein ähnlich unverkrampfter Umgang ist auch deutschen Unternehmen zu wünschen. Hier entsteht echter Dialog zwischen der Marke und ihren Kunden, ein Mehrwert, der mit klassischer Markenkommunikation kaum zu erzielen ist. Vielleicht erleichtert das auch die Entscheidung, die ersten eigenen Gehversuche im Bereich Social Media zu initiieren und sich von den Erfolgen überraschen zu lassen.


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