Irgendwann 50+
Europa macht wieder negative Schlagzeilen: geringe Wahlbeteiligung, neben der viel zitierten Politikverdrossenheit angeblich kein Interesse der Menschen an Europa. Wieder einmal ist es nicht gelungen, Europa zu vermitteln. Mich ärgerts. Ich bin Europa-Fan.
Und ich bin Optimist! Und PR Berater! Deshalb schreib ich mir die Wahlbeteiligung von knapp 43% in Deutschland schön:
- Am 7. Juni gings gar nicht um Europa. Da wurde nationale Politik kommentiert und ggf. Denkzettel verteilt.
- Europa-skeptische Gruppen spielen keine Rolle in der politischen Diskussion in Deutschland.
- Kein Mensch in Deutschland (den ich kenne) will wirklich ernsthaft auf all die Vorteile verzichten, die die EU bietet.
- Trotz EU-Skeptiker im Parlament, trotz stockendem Verfassungsprozess: Es besteht keine existentielle Gefahr für den Bestand der EU.
- Kaum jemand weiß genau, was das EU-Parlament genau macht und darf. Mal ehrlich, zu welcher anderen Wahl, bei der man nicht weiß, worum es genau geht, gehen 43%?
- Je höher der Bildungsgrad, desto höher die Wahlbeteiligung. Da geht was. Politiker, setzt Euch für mehr Bildung ein!
- Die Krise ist schuld! Bei der nächsten Wahl ist die Krise vorbei. Da liegt die Wahlbeteiligung über 50%.
- Oder bei der übernächsten, oder irgendwann …
Dänemark war clever. Da hat man die Europawahl mit der Volksabstimmung zur Thronfolgeregelung verbunden. Die Folge: Von rund 47% (2004) stieg die Wahlbeteiligung auf satte 59%.
Ok, wir sind keine Monarchie, aber vielleicht gibts da ja bei uns auch Möglichkeiten? Auf Ideen und Anregungen freut sich
Markus Gaier


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