Mehr Spannung vor dem Showdown
Wer twittert, weiß mehr. So war’s zumindest am Superwahlsonntag, 16:28 Uhr. Da gingen die ARD Wahlprognosen für die Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Saarland per Twitter in die Öffentlichkeit. In den Medien läuft jetzt die Diskussion: Hat das die Wahlen beeinflusst?
Während der Thüringer Landeswahlleiter Günter Krombholz sicher ist, dass der Vorfall die Wahlen nicht beeinflusst hat – Woher weiß er das? Wie hat er das so schnell herausgefunden? – befürchtet Bundestagspräsident Norbert Lammert eine Beeinflussung der Bundestagswahlen, sollte das gleiche am 27. September geschehen.
Hat Lammert recht? Ich meine, ja. Wenn es am 27. knapp werden sollte – und das ist so unwahrscheinlich nicht – würde eine Vorabveröffentlichung der Prognosen denen taktische Stimmabgabe ermöglichen, die eben zufällig twittern. Das ist nicht die Idee einer Wahl.
Mein Vorschlag: ARD und ZDF verzichten einfach auf die Prognosen. Die sind eh nur Vorspiel für den eigentlichen Showdown, die erste Hochrechnung. So kann man sicher sein, dass vor 18 Uhr nichts durchsickert. Gleichzeitig erhöht das die Spannung und die Vorfreude auf die erste Hochrechnung, meint
Markus Gaier


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