Stoff geben auf der IFA - Teil 3

Fernseher habe ich in den vorangegangen zwei Teilen über meinen Rundgang auf der IFA bereits thematisiert: Sie werden immer dünner und verbrauchen dabei weniger Strom. Dazu kommt das Internet auf den Bildschirm im Wohnzimmer. Aber einen Trend habe ich bisher unerwähnt gelassen: 3D-Fernsehen. Viele Medien haben darüber berichtet - vielleicht, weil es tatsächlich eine große Innovation ist oder aber einfach nur, weil die “Generation Tutti Frutti” in den Redaktionen sich an ihre Jugend mit Hugo Egon Balder, Hella von Sinnen, Regina und der Erdbeere erinnert gefühlt hat.

Fernseher, die das Bewegtbild in 3D ausstrahlen, nutzen derzeit allerdings noch wenig den Zuschauern. Denn es fehlen schlicht und ergreifend die Sendungen und Filme, die das entsprechende Format unterstützen. Meiner Einschätzung nach wird es auch noch eine Weile dauern, bis die Sender und Produzenten entsprechende Angebote dem Zuschauer liefern werden. Aber eine Klientel wird doch sehr interessiert daran sein: Gamer. Die Entwickler von Konsolen-Spielen haben bereits in den vergangenen Jahren Spiele auf den Markt gebracht, die die Realität extrem detailgetreu simulieren. Durch die 3D-Technologie wird diese Entwicklung einen weiteren Schub bekommen und im Gegensatz zu Fernsehsendern sind die Entwickler sehr flexibel und werden mit entsprechenden Spielen die Gamer verzaubern. Auch von den neuen Plasma-Bildschirmen, die gegenüber LCD-Bildschirmen im Markt weit zurückliegen, werden Gamer profitieren. Mit ihrer schnellen Reaktionszeit sind sie bestens geeignet, um Spiele so real wie möglich erscheinen zu lassen. Zu einer erhöhten Bildqualität werden in Zukunft wohl auch vermehrt Blu-rays beitragen. Denn einige Hersteller haben Blu-ray-Player auf der IFA vorgestellt, die nach jahrelangen Prophezeiungen über den bevorstehenden Durchbruch jetzt den Massenmarkt erreichen könnten.

Zur Ausstellung der Fernseher bei vielen Herstellern musste ich mir oft die gleiche Frage stellen: Warum stellen sie einfach unzählige Fernseher des gleichen Modells neben- und übereinander, auf denen das gleiche Programm läuft? Zum einen beeindruckt das weder visuell noch auditiv und vor allem: Stellt sich irgendjemand 100 Fernseher gleichen Typs in sein Wohn- oder Schlafzimmer? Ich tu es nicht, also bitte etwas mehr Kreativität für den nächsten Messeauftritt, liebe TV-Hersteller.

Zu guter Letzt sind mir noch zwei Dinge aufgefallen: (1) Ich war zwar noch nie vorher auf der IFA, allerdings bereits zweimal auf der CeBIT, auf der die Aussteller sich scheinbar einen inoffiziellen Wettbewerb liefern, wer die Hostessen mit der spärlichsten Bekleidung präsentiert. Oft kam dabei ein “Hauch von Nichts” auf den Körpern der Hostessen heraus. Auf der IFA war man dagegen auf Seriösität und ein Saubermann-Image aus - man hat Stoff gegeben. (2) Ich dachte, sie wäre ausgestorben und hatte sie auch schon seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Sie müsse sich überlebt haben und sei absolut out. Die Rede ist von der Krawatte mit Comic-Motiv. Ich wurde auf der IFA eines besseren belehrt. Liebe Techies, liebe Vertriebler: Danke, es war ein Augenschmaus und ein realsatirischer Höhepunkt unfreiwilliger Komik. Auf ein Neues in 2010 mit oder ohne Stoff, aber Micky Mouse wird definitiv dabei sein.