Auf ein Bier ins Web2.0
Es ist Freitag, kurz vor Feierabend - vielleicht ist das der Antrieb über die Analogie zwischen Social Media und einer Kneipe zu schreiben. Egal! Es liegt mir auf dem Herzen, in einfachen Bildern zu schildern, was Social Media - oder wahlweise auch Web2.0 oder das Mitmach-Web genannt - ist und worum sich darin alles dreht.
In einer Kneipe treffen sich Freunde, um über alle Dinge ihres Alltags zu sprechen: sie schimpfen über Politiker, prahlen mit ihrem neuen Auto und fluchen über die komplizierte Bedienung des Computers. Jeder Kumpane hat etwas zu sagen und jeder Kumpane nimmt am Ende etwas mit auf den Weg. Das kann eine konkrete Empfehlung sein oder auch nur eine positive Beurteilung eines Produkts, an die er oder sie sich später wieder erinnern, wenn er davor steht. Die Kneipe ist allerdings an einen festen Ort gebunden - es gilt das alte Mallorca-Motto: was dort passiert, bleibt auch dort.
Wagen wir den Sprung von der Kneipe ins Internet, konkret in ein soziales Netzwerk wie Facebook. Dort unterhalten sich Freunde über genau die gleichen Sachen. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass alle anderen Freunde, dies auch mitbekommen und die Empfehlungen und Kritiken so ein breiteres Publikum erreichen. Ein zweiter wesentlicher Unterschied: was einmal im Internet steht, bleibt dort stehen und ist auf irgendeinem Wege immer dort abrufbar.
Nun bin ich als PR und Social Media Berater desöfteren mit der Sorge einiger Unternehmen konfrontiert, öffne man sich dem sozialen Netz, dann verliere man die Kontrolle. An dieser stelle widerspreche ich vehement, denn die Konversationen im Internet finden statt. Egal, ob sich ein Unternehmen darin bewegt oder nicht. Hat jemand ein Problem mit seinem Handy-Vertrag, dann postet er bestimmt wie sch*** sein Anbieter ist….und alle können es sehen.
Die Frage lautet dann, was man daran ändern kann, wenn man selbst als Unternehmen in sozialen Netzwerken aktiv ist? Ganz einfach: man bietet eine Anlaufstelle, an die Kritik gerichtet werden kann, auf die man im nächsten Schritt schnell reagieren sollte. Man schafft eine eigene Arena, in der man auf die Kritik in aller Öffentlichkeit eingehen kann und auf diese zeigt, dass man sich tatsächlich kümmert. Aus einem negativen Post kann so schnell eine positive Beurteilung werden. Man sollte aber auch nicht zu viel Angst vor Kritik haben, denn an erster Stelle steht der Dialog, den man individuell mit seinen Anhängern im Netz führen kann. Das ist komplizierter als eine Werbe-Anzeige, mit der man mit einer Botschaft große Massen anspricht, denn widmet wesentlich kleineren Zielgruppen. Es ist allerdings wesentlöich wirkungsvoller, da man im direkten Gespräch auch eine Beziehung aufbauen kann, die über ein Plakat oder Banner-Werbung nie zu erreichen ist.
Man muss sich also selbst in die Kneipe trauen - egal ob diese zum eigenen Stil passt oder nicht. Man trifft dort immer Menschen, mit denen man was besprechen und für sich gewinnen kann.


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