Consumer Electronics zu Weihnachten: sozial günstig
In der aktuellen Ausgabe der SFT werden einige LCD-TVs getestet. Gerade zu Weihnachten passt das, denn gewöhnlich finden viele einen neuen LCD-Fernseher unter ihrem Baum. So ein Test hilft auch, um zwischen den unzähligen Fernsehgeräten auf dem Markt die Orientierung nicht zu verlieren. Allerdings verwirren die UVPs der Hersteller - die unverbindlichen Preisempfehlungen an die Händler. Dass die gleichen LCD-TVs im Internet günstiger angeboten werden, ist keine Überraschung, allerdings ist das Vertrauen gegenüber Anbietern im Internet weiterhin gering. Zu Unrecht, denn Preisvergleichsportale mit Elementen sozialer Medien nutzen das Empfehlungsmarketing via User Generated Content und bilden so eine Vertrauens-Brücke zwischen Anbietern und Käufern.
Am konkreten Beispiel der getesten LCD-TVs aus der SFT machen wir die Probe aufs Exempel und schauen, zu welchen Preisen die Geräte online angeboten werden und warum den Anbietern vertraut werden kann. Bei den fünf getesten Geräten handelt es sich um den Philips 32 PFL7404, den Sony Bravia KDL-37V5800, den Samsung LE40B579, LG 42LH4000 sowie den Toshiba 42RV685D, die alle beim Preeisvergleichsportal ciao.de zu finden sind - und zwar inklusive Anlieferung bis zu 40 Prozent unter dem UVP.
Neben den Preisen und allen technischen Details werden noch weitere Informationen angeboten, die oft weit über die Beratung im Fachhandel hinausgehen. Dazu gehören neben Erfahrungsberichten zu den Produkten von registrierten Nutzern auch Bewertungen der Online-Shops, die das Produkt anbieten. Es schreiben also Nutzer für Nutzer. Das Vertrauen gegenüber diesen unabhängigen Beurteilungen - dem User Generated Content - wächst stetig und ist mittlerweile nach den Meinungen von Freunden und Verwandten die zweitwichtigste Quelle für Informationen vor einem Produktkauf. Dabei können sich Nutzer auch eine Reputation aufbauen, wenn sie viele hilfreiche Beurteilungen schreiben, also das Vertrauen in die Empfehlungen besonders hoch ist.
Jetzt könnte der geneigte Skeptiker argumentieren, die Einträge seien gezielt von Herstellern und Anbietern gefälscht - also verdeckte PR. Abgesehen von zahlreichen Fällen wie bei der Bahn (worüber ich hier berichtet hab), bei denen das aufgedeckt wurde und zu einem weiteren Vertrauensverlust geführt hat, stößt diese unmoralische Arbeitsweise auch an ihre Grenzen, sobald die Masse der Nutzer rapide zunimmt. Zum Anbieter notebooksbilliger.de gibt es beispielsweise über 800 Beurteilungen - PRler hätten viel zu tun, um hier das Meinungsbild zu beeinflussen. Gegen die so genannte Schwarmintelligenz sind sie machtlos.
Produktvergleichsportale machen sich also die Schwarmintelligenz in Kombination mit dem Vertrauen in die Empfehlungen anderer Nutzer, die man als unabhängig und kompetent wahrnimmt, zu Nutze. User Generated Content wird Basis für Kaufentscheidungen. Das hat zur Folge, dass sich nur Produkte und Anbieter durchsetzen, die tatsächlich den Ansprüchen der Verbraucher entsprechen. Denn die qualitativen - wie gut ist ein Produkt/Anbieter - wie quantitativen - wie viele Leute haben ein Produkt bereits gekauft - Bewertungen bilden die Basis für den Einkauf des nächsten Produkts.


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