Die WuV mag Recht haben, wenn sie sagt, dass Social Media nach eigenen Regeln funktionieren würde und der sog. Web-Mob eine nicht planbare Größe sei. Diese Erfahrung hat nun auch der zweitgrößte Onlinehändler im B2C-Bereich gemacht: OTTO.
OTTO hat vor einiger Zeit auf seiner Facebook Fanpage zu einem Model-Contest aufgerufen. Die Mechanik ist denkbar einfach: Foto hochladen und Likes sammeln. Dem Gewinner oder der Gewinnerin winkt ein Fotoshooting in Hamburg. Otto hat in kürzester Zeit über 48.000 Teilnehmer und ca. 1,2 Mio Votes generiert. Die Aktion ist seit dem 22.11.2010 beendet und gewonnen hat: “Brigitte”.
Eigentlich eine gelungene Sache, aber: Nun ist sich die OTTO-Fangemeinde nicht ganz einig über den Ausgang der Aktion. Denn “Brigitte” ist augenscheinlich keine Frau, sondern ein blond-perrückter Mann, der sich einen Spaß erlaubt hat. Und darüber wird nun hefitg gestritten. OTTOs Fanpage platzt vor Kommentaren. Entsetzt über den Ausgang des Votings drohen einige mit “ich kauf nie wieder bei OTTO!”. Andere bleiben da ruhiger und freuen sich über den Sieg von “Brigitte”.
OTTO blieb ebenfalls ruhig und hat “Brigitte” inzwischen offiziell zur SiegerIN gekürt und darf sich nun ablichten lassen. “Der erste Platz geht trotz des Fehlers im Like-Button an „Brigitte“! Wir laden Dich zu einem Fotoshooting nach Hamburg ein und du bekommst einen 400 € OTTO-Einkaufsgutschein. Herzlichen Glückwunsch! @Brigitte: Aus der Nummer kommst du nicht mehr raus.”, so die Admins der OTTO-Seite.
Falls diese Nummer nicht geplant war, wird OTTO sicherlich einiges daraus gelernt haben und zukünftig solche Aktionen vorab vielleicht kritischer hinterfragen. Dennoch: OTTO blieb sich treu, hat die Aktion bis zum Ende durchgezogen und geht somit als kommunikativer Sieger vom Platz.
Um mit den Worten eines Fans zu sprechen: “Direkt zum OTTO Fan geworden. Top, dass ihr das durchzieht!”
Das finde ich auch! Daumen hoch!
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